ãDas Atelier
Zu allererst ist der Geruch hier, nach …l, Farbe, Pigmenten, leichte Feuchtigkeit im Sommer, Holzgeruch im Winter, verbrannt im gro§en Ofen. Dann kommen die Bilder, an der Wand hŠngen sie, lehnen in den Ecken, verpackt in den Nischen. †ppigkeit dehnt die Leinwand in die
DreidimensionalitŠt, nackte Leiber, BlŸtenkšpfe, Fische, tote Ratten, Gesichter seiner Freunde. Kern malt alles, was er sieht, und genauso ist sein Atelier. Ein Guss des jetzt und hier, kein Foto, eine andere, subtilere Interpretation liegt darin, sicher ein Blick hinter das Gesicht des Gemalten. Die RŠume ziehen sich zuerst durch zwei gro§e Zimmer in einen Schlauch zurŸck, um dann schlussendlich wieder in einem gro§en Raum zu enden. WŠnde, nur mit Kalk gewei§t, erlauben sich die Lšcher vorheriger Mieter noch zu zeigen, Risse und Schlitze lassen vermuten, dass dahinter Geheimnisse liegen, die, kratzen wir ein wenig an dem GemŠuer, sehr schnell Unfassbares erblicken lassen. Josef Kern wei§, dass sich dahinter immer etwas verbirgt, so ist sein Gemaltes auch zu verstehen.Ò

(Dagmar Moser, Wien 2006, Wien FŸhrer Ein Mercedes Taxi. Bitte!)